digitale Grabsteine - Gedenken in zeitgemäßer Form




im wandel der zeit

Im Wandel der Zeit ist auch die Bestattungs- und Erinnerungskultur einem Umbruch unterworfen, der sich in vielen Bereichen mit zunehmender Deutlichkeit zeigt. Neben einer Vielzahl von 'neuartigen' Bestattungsformen - die erst durch den anhaltenden Trend zur 'Leichenkremierung' möglich wurden, erleben wir auch eine Individualisierung von Tod und Trauer. Diese Entwicklung, die ihren Ursprung auch in den sich radikal verändernden Lebens- und Kommunikationsformen unserer 'postmodernen' Gesellschaft hat führt einerseits zu einer Verunsicherung des Einzelnen in Bezug zu Tod und Trauer, öffnet anderseits aber auch neue Perspektiven des Umgangs mit dem Unumgänglichen.

qr-grabstein_mit_Kreutz Deutlich sichtbar wird diese Entwicklung auf dem Friedhof - der heute nicht mehr alleiniger Bestattungs- und Trauerort ist.

neue Bestattungsformen

Durch die veränderten Bestattungsformen, durch die anhaltend hohen Kremierungsraten, durch die 'Mobilität' der Ascheurnen ist der kommunale Friedhof nur noch ein möglicher Bestattungsplatz. Das hat zur Folge, das der Friedhof auch als verbindlicher und verbindender Trauerraum seine soziale Funktion zunehmend verliert.
Stattdessen findet eine erkennbare 'Verlagerung' der Trauer und der Trauerverarbeitung in den 'digitalen Raum' statt. Durch internetbasierte Gedenkseiten und Trauerportale werden Freunde und Bekannte über den Tod informiert. Zeitungsverlage stellen ihre veröffentlichten Todes- und Traueranzeigen online und verknüpfen diese - wie selbstverständlich mit eigenen Trauerportalen.

verändern

Diese Entwicklung, die sich in den vergangenen zwei Jahren rasant beschleunigt hat, war für uns Grund und Ansporn eine Vernetzung zwischen realem Bestattungsort und virtuellem Trauerraum zu gestalten. Als 'Grabmalschaffende' sind wir von der Notwendigkeit eines Grabzeichens überzeugt und als Gestalter individueller Gedenksteine ist uns deren Wirkung und Funktion als wesentlicher Moment aktiver Trauerbewältigung für die Angehörigen bewusst.


Trauer und Gedenken

So haben wir erstmals in 2011 einen in Naturstein gearbeiteten qr-code verwendet, um das Grabmal, den Grabstein mit internetbasierten Inhalten zu verknüpfen. Im Jahr 2012 haben wir mit dem von uns gestalteten qr-grabstein an einem Wettbewerb teilgenommen und diesen, sicher auch durch eine große Resonanz in der Presse und dem öffentlichen Interesse, überragend gewonnen.



der digitale Grabstein

QR-Code_in Stein_meisseln Wesentlich für uns als Steinmetz und Bildhauer ist es, diese Barcodes gestalterisch einzubinden und somit direkt, dauerhaft und dadurch fälschungssicher in NaturStein zu erstellen.

Nur dadurch gelingt es uns, diese grundsätzlich 'banal' wirkenden digitalen Zeichen, in einer "der Würde des Ortes" entsprechenden formalen und doch funktionalen Gestaltung darzustellen.

Wir nutzen diese barcodes, diese qr-codes am Grabstein, als 'Transmitter' - als ein gestaltbares, durch 'smartphone' oder 'tablet' auslesbares symbolhaftes Zeichen, mit dem eine direkte Verbindung zu internetbasierten Inhalten hergestellt werden kann. Mit diesem 'qr-grabstein' - dem ersten digitalen Grabstein, bieten wir Ihnen nun die Möglichkeit ein 'gestaltetes Gedenken' zu erfahren, das mehr umfasst als das Einmeißeln der Daten von Vor- und Zuname, Geburts- und Todestag.


in der Tradition der 'sprechenden Steine'

Grabstein-Qr In der Tradition der 'sprechenden Steine' - die schon vor 250 Jahren auf den Inseln Amrum und Föhr verwendet wurden und eindrucksvoll aus dem Leben der Verstorbenen erzählen, können wir heute mit einem 'digitalen Grabstein' das tradierte Grabmal zeitgemäß erweitern.

So gelingt es uns mit einer 'vorhandenen Technik' direkt am Ort der Bestattung ein würdevoll zu gestaltetendes internetbasiertes Gedenken an die Verstorbenen, in einer zeitgemäßen Form zu realisieren und den tatsächlichen Bestattungsort mit einem 'virtuellen' Trauer- und Gedenkort zu verknüpfen und zu erweitern. "Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte" hat Heinrich Heine formuliert, der in Paris auf dem Montmartre-Friedhof begraben liegt. Das qr-grabmal ist die Möglichkeit einen Ein-Blick in diese 'Weltgeschichten' zu vermitteln.


gestaltet

Der 2d-barcode, als gestaltbares, sichtbares 'Signet', dauerhaft am Grabstein eingearbeitet und gestalterisch integriert, wird vom Besucher als Code erkannt. Der Besucher kann nun den Code 'einscannen' - also zusätzliche Informationen direkt abrufen; - er muß den Code aber nicht auslesen.
Wesentlich bei der Verwendung von Barcodes, oder QR-Codes am Grabstein ist die Tatsache, das der interessierte Besucher 'die Technik' mitbringt ! Das Grab, die Grabstätte selbst muss nicht durch Technik aufgerüstet oder nachgerüstet werden.

Das direkte und dauerhafte Einarbeiten eines 2d-barcodes am Grabstein, das gestalterische Einbinden hat noch einen weiteren 'Sicherheitsaspekt' - eine solche Arbeit ist nur im Kontakt mit den Angehörigen, mit den Nutzungsberchtigten möglich. Das unkontrollierte Anheften online bestellter qr-plaketten, ohne Kenntnis der Angehörigen ist ausgeschlossen. Das gestalterische Einbinden unserer individuell erstellten QR-Codes oder 2d-barcodes in Form eines Symbols oder eines 'Signets' gewährleistet darüber hinaus noch eine 'ästhetische Funktionalität'. Denn für das dauerhafte Einarbeiten der Codes können wir garantieren - für 'das Internet' und für internetbasierte Inhalte jedoch nicht [so ganz].

neue möglichkeiten

Man sollte sich Zeit lassen bei der Gestaltung und Errichtung eines Grabmals, eines Grabsteins - und so sollte auch der Zeitpunkt, sich mit Inhalten und Information auseinanderzusetzen, die über einen barcode am grabstein bereit gestellt werden, nicht in der 'akuten' Trauerphase liegen. Der zeitliche Abstand zum Tod eines nahen Angehörigen, ermöglicht oftmals bewußtere Entscheidungen und ist somit Grundlage für eine Aus-ein-ander-setzung - nicht nur in Bezug zu gestalterischen Entscheidungen bei der Erstellung eines Grabmals, sondern auch in Bezug zu inhaltlichen Auseinandersetzungen der zu gestaltenden Gedenkseite.

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